Diskussion zur ärztlichen Versorgung in Eberswalde und Umgebung

Eberswalder Bürgergespräche der CDU Eberswalde

v.l.n.r.: Immo Römer, Dr. Meikel Vesper, Prof. Dr. Michael Schierack und Danko Jur im Diskussionspodium (Foto: Kristian Stelse)
v.l.n.r.: Immo Römer, Dr. Meikel Vesper, Prof. Dr. Michael Schierack und Danko Jur im Diskussionspodium (Foto: Kristian Stelse)
Die Eberswalder CDU lud am 12. März 2014 im Rahmen ihrer Gesprächsreihe „Eberswalder Bürgergespräche" zur öffentlichen Diskussion zum Thema „Medizinische Versorgung in Stadt und Land – Die Zukunft der ärztlichen Versorgung in Eberswalde und Umgebung" ein. Als kompetenter Gesprächspartner war diesmal der Landeschef und Fraktionsvorsitzende der CDU Brandenburg, Prof. Dr. Michael Schierack (MdL), zu Gast im Restaurant „Wilder Eber" in Eberswalde. Danko Jur, der Eberswalder CDU-Vorsitzende, erklärte in seiner Begrüßung: „Das Thema Gesundheit und ärztliche Versorgung wird in unserer Gesellschaft immer wichtiger, von daher stehen Politik und Gesundheitswesen hier auch in Zukunft vor großen Herausforderungen." Um auch die Sichtweise von Praktikern darzustellen, schilderten Dr. Meikel Vesper, Chefarzt am Eberswalder Werner Forßmann Krankenhaus, und Immo Römer, Hausarzt in Altenhof, einleitend ihre Erfahrungen aus der Tätigkeit als Arzt. Dr. Vesper stellte dabei klar, dass „derzeit nur die ärztlichen Leistungen, aber nicht die Pflege, also das wichtige Kümmern um den Patienten, finanziert werde". Für die Ärzte zählt aus seiner Sicht dennoch das Motto „Ethik statt Monetik", es steht also „immer das Wohl des Patienten vor der Geldfrage". Prof Dr. Schierack, übrigens selbst Mediziner und praktizierender Orthopäde, ging anschließend auf die politischen Fragen ein und stellte dabei heraus, dass sich gewisse Rahmenbedingungen ändern müssen.

Er meinte damit unter anderem den Einfluss auf die Medizinstudenten, also die kommenden Ärzte. „Ich bin klar für eine medizinische Fakultät in Brandenburg, um Ärzte hier bei uns ausbilden zu können", sagte er in dieser Richtung. Und er warb für Stipendien für angehende Ärzte, wobei „sich die Landesregierung bei der Finanzierung nicht raushalten kann". Auch das Publikum hatte einige Kritikpunkte an der derzeitigen ärztlichen Versorgung. So berichtete ein Gast, dass Ärzte keine Patienten mehr annehmen und lange Wartezeiten für einen Termin auch schon die Regel sind. Michael Schierack kennt diese Probleme. Er erklärte: „In Brandenburg fehlen etwa 120 Ärzte in den Krankenhäusern, 70 Hausärzte und 50 Fachärzte. Hier muss es klare Strategien geben, wie Mediziner geworben werden können." Er machte deutlich, dass dabei auch auf Bedürfnisse der Ärzte eingegangen werden muss. „Es geht hier auch um Vereinbarkeit von Familie und Beruf, um gute Bedingungen für Ärzte mit Familien in ihren jeweiligen Wohnorten, all das muss man im Blick haben", sagte er in der Diskussion. Danko Jur meinte dann abschließend, dass „man sieht, dass das Thema ärztliche Versorgung die Bürger sehr bewegt und deswegen auch auf der politischen Agenda weit oben stehen muss".

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